Lufthansa Technik und Airbus schließen im ZAL gemeinsam erfolgreich ein Forschungsvorhaben ab: Im „FAMOS“-Projekt entwickelten die Luftfahrt-Unternehmen zusammen ein System, um die Tragflächen von Verkehrsflugzeugen mittels Roboterarmen mit einer „Haifischhaut“-Struktur zu beschichten. Das von der Natur abgeschaute Oberflächenmuster reduziert den Strömungswiderstand in der Luft und senkt damit den Treibstoffverbrauch. Der Clou an der Hamburger Forschungskooperation: Beide Großunternehmen könnten die im ZAL TechCenter entwickelte Technologie später in ihren jeweiligen Unternehmen einsetzen - Airbus in der Flugzeugproduktion, Lufthansa Technik in der Wartung. Gefördert wurde die Kooperation zwischen den Industriepartnern Lufthansa Technik, Airbus und dem Bremer Werk für Montagesysteme (bwm) auch mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Schon seit mehreren Jahren setzt sich die Luftfahrtindustrie intensiv mit strömungswiderstandsreduzierenden Oberflächen auseinander. Die Vorteile einer sogenannten "Riblet-Struktur", die ihre Eigenschaften von der Hautbeschaffenheit von Haien ableitet, liegen auf der Hand: durch die verbesserte Oberfläche kann der Treibstoffverbrauch eines Verkehrsflugzeugs um etwa ein Prozent gesenkt werden. Allein auf die Flotte der Lufthansa bezogen ergäbe dies eine jährliche Kerosinersparnis in Höhe von 55 Millionen Euro und die Einsparung von mehr als 200.000 Tonnen CO2.

Schwierig gestaltete sich bislang das Auftragen der "Haifischhaut"-Struktur auf große Oberflächen wie die Tragflächen. Seit 2014 wurde im Rahmen des  "FAMOS"-Projekts eine Lösung erforscht, auch große Bereiche wie die Tragfläche mittels eines Roboterarms automatisiert und damit kosteneffizient in gewünschter Qualität zu lackieren und zu beschichten. Mit den großen Hallenflächen im ZAL TechCenter standen den Projektpartnern Lufthansa Technik, Airbus und bwm nun erstmals ideale Bedingungen zur Verfügung, um die Erkenntnisse durch den Aufbau eines Demonstrators von der Theorie in die Praxis zu überführen.    

Bei der Methode wird ein von Airbus und Lacklieferanten entwickelter Speziallack in Form der "Haifischhaut"-Struktur auf die Oberfläche geprägt und durch UV-Licht gehärtet. Auch eine vorherige Reinigung mit Abtragung alter Lackierung ist problemlos möglich. "FAMOS" steht dementsprechend für ein "Führungssystem zur automatisierten Applikation multifunktionaler Oberflächenstrukturen".

"Dass namhafte Luftfahrt-Unternehmen wie Airbus und Lufthansa Technik hier gemeinsam zu solch einem konkreten Zukunftsthema forschen, zeigt wie gut das ZAL inzwischen angenommen wird, und unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs im internationalen Raum", sagt Roland Gerhards, Geschäftsführer ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH.

Das Projekt, in dem das Führungssystem entwickelt wurde, wurde seit 2014 im Rahmen des fünften zivilen Luftfahrtforschungsprogramms (LuFo V) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Nach dem erfolgreichen Abschluss mit dem Aufbau des funktionierenden Demonstrators im ZAL TechCenter soll nun im nächsten Schritt die Industrialisierung der Technologie angegangen werden.

© COPYRIGHT 2017 BY ZAL ZENTRUM FÜR ANGEWANDTE LUFTFAHRTFORSCHUNG GMBH. ALL RIGHTS RESERVED.