Hamburg ist der weltweit führende Kabinenentwicklungs- und Produktionsstandort. Mit den Hauptakteuren Airbus, Diehl Aircabin und Lufthansa Technik sowie zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Hochschulstudiengängen ist die Metropolregion breit aufgestellt in der Kabinenexpertise. Im Rahmen des ersten ZAL Diskurses "Kabine" widmeten sich am 15. Juni Experten den Visionen und Herausforderungen eines Bereichs, der sich im steten Spannungsfeld zwischen innovationsgetriebenen Trends, Wahrnehmung durch den Passagier und maximaler Effizienz bewegt.

Nach einer Einführung in das Thema durch Dr. Robby Technow von der ZAL GmbH beleuchtete Ralf Schliwa, Executive Expert Cabin bei Airbus technologische Trends und Herausforderungen in der Kabinenentwicklung. Airbus hat jüngst mit dem Ausbau des Customer Definition Centres (CDC) in Finkenwerder das Angebot der Kabinenkonfiguration auf A320- und A330-Kabinen ausgeweitet. Schliwa erörterte den Cabin & Cargo Innovation Prozess bei Airbus sowie die Instrumente Idea Space, Protospace, Rapid Architecture Lab, BizLab und die Kabinenforschung, die im ZAL ansässig ist. Aus dem Startup Accelerator Bizlab geht unter anderem das Hamburger Team von "Jetlite" hervor. Deren holistische, Algorithmen-basierte Lösungen wie Kabinenbeleuchtungs- und Ernährungskonzepte sollen zu einer Steigerung des Komforts bei Langstreckenflügen führen und so für eine Reduzierung des Jetlags sorgen.

Es folgte Jochen Werner, Vice President Cabin & Cargo Industrial Design bei Airbus.  Unter dem Motto "Where Lifestyle meets Innovation" wagte Werner einen Blick auf Form und Funktion der Flugzeugkabine von morgen. Unter dem Projektnamen "Vahana" arbeitet die Innovationsabteilung A³ im Silicon Valley aktuell daran, Airbus mithilfe von Flugtaxis in den Stadtverkehr zu bringen. Mit "Transpose" entwickelt Airbus zudem eine modulare Kabinenkonfiguration. In Richtung der flexiblen Kabine geht bereits die "Smart Cabin Reconfiguration" von Airbus: Sitzschienen,  auf denen sich die Flugzeugsitze flexibel nach Auslastung des Flugs und vor allem ohne mechanische Vorkenntnisse auch vom Bordpersonal verschieben lassen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Gästen Prof. Dr. Gordon Konieczny, Fakultät Technik & Informatik der HAW Hamburg und Prof. Dr. Ralf God, Institutsleitung Flugzeug-Kabinensysteme der TU Hamburg, wurden gemeinsam mit den Referenten Fragen aus dem Publikum beantwortet und dabei unter anderem erörtert, wie sich unterschiedliche regionale Nutzerprofile auf das Kabinendesign auswirken und Methoden wie "Design Thinking" Teil der ingenieurtechnischen Ausbildung werden könnten, um die Innovationsdynamik in der Branche zu fördern.

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