Der Hamburger Luftfahrtstandort ist mit AIRBUS, ZODIAC Aerospace, DIEHL Aerosystems und den Hamburger Hochschulen breit in der Kabinenakustik aufgestellt. Im Rahmen des zweiten ZAL Diskurses Acoustics & Vibration am 13. Juli 2017 diskutierten Experten aus Industrie und Wissenschaft die Potentiale numerischer Kabinensimulationen.

Nach der Einleitung zum Thema Numerische Kabinensimulation, Quo Vadis? durch Dr.-Ing. Kay Kochan von der ZAL GmbH gab zunächst Prof. Dr.-Ing. Otto von Estorff, Leiter des Instituts Modellierung und Berechnung an der Technischen Universität Hamburg, einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen numerischer Kabinensimulation aus Sicht der Wissenschaft. Otto von Estorff erklärte anhand einer Vielzahl von Beispielen den Einsatz numerischer Methoden wie Finite Element und Boundary Element Method, Statistical Energy Analysis sowie des Ray-Tracing. Anschließend beleuchtete Gary Burns - Chief of Acoustics & Vibration von Zodiac Aerospace aus Huntington Beach, Kalifornien, die numerische und experimentelle Methoden der akustischen Kabinenentwicklung aus Sicht eines Industrieunternehmens. Hier zeigte sich, dass in der Komponentenentwicklung ein Nebeneinander von experimentellen und numerischen Methoden betrieben wird. Im letzten Vortrag präsentierte Dr.-Ing. Christian Engfer von der T-Systems International GmbH die Ergebnisse aeroakustischer Simulationen am SOFIA-Teleskop. Das Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy (SOFIA) ist ein fliegendes Teleskop, das die NASA gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Infrarotastronomie entwickelt hat. Dafür wurde an Bord einer umgebauten Boeing 747 ein Spiegelteleskop installiert.

In der abschließenden Podiumsdiskussion erhielten die mehr als 60 Teilnehmer des ZAL Diskurses die Chance vertiefende Fragen an die Vortragenden zu stellen. Unteranderem wurde dabei erörtert, dass experimentelle Methoden neben den numerischen Methoden auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen werden. Herausragende Labore wie das ZAL Acoustic Lab mit dem Acoustic Flight Lab Demonstratoren sind hierbei auch für die weitere zukünftige Entwicklung numerischer Methoden entscheidend.

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