Als eine der ersten Städte ist Hamburg offiziell in der Urban Air Mobility (UAM) Initiative der von der EU-Kommission unterstützten Europäischen Innovationspartnerschaft für Smart Cities (EIP-SCC) begrüßt worden. Hamburg ist damit offizielle Modellregion für die Erschließung ziviler Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen- und anderen urbanen Luftverkehrstechnologien.

In enger Zusammenarbeit von Industrie, Hochschulen und Behörden sollen Nutzungsszenarien für den systematischen Einsatz von neuen Fluggeräten in der Metropolregion erarbeitet werden, etwa für den zeitkritischen Transport von medizinischem Gut, oder für die Überprüfung und Wartung von großen Infrastrukturen wie Hafenbrücken oder Windrädern.

Die feierliche Unterzeichnung der Zusammenarbeit fand am Donnerstagnachmittag im Rahmen des 52. Hamburg Aviation Forums im Beisein von Dr. Henriette Van Eijl, Politische Koordinatorien für Smart Cities bei der Europäischen Kommission, zwischen Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Dr. Vassilis Agouridas (Airbus), Leiter der EIP-SCC UAM Initiative, und Ovidiu Dumitrache (Eurocontrol), im Hotel Hafen Hamburg statt.

"Mit international sichtbaren Kernbranchen wie Luftfahrt, maritimer Logistik, Windenergie oder Life Science ist Hamburg geradezu dafür prädestiniert, neue smarte Anwendungsfelder für Drohnen im zivilen Bereich zu entwickeln, von denen Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen profitieren. Als Austragungsort des ITS-Kongresses 2021 freuen wir uns darauf, bereits jetzt auf europäischer Ebene den Dialog in diesem Wachstumsmarkt mit zu gestalten", sagt Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

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Mögliche Anwendungsfelder: Eilige Transporte oder Wartung von Windrädern

Die "Urban Air Mobility" Initiative wird von der Europäischen Kommission gefördert und ist Teil der Europäischen Innovationspartnerschaft für "Smart Cities", in deren Rahmen innovative und bürgernahe Anwendungsszenarien für zukunftsweisende Technologien entwickelt werden sollen. Hintergrund ist der wirtschaftliche Schaden durch Staus, der europaweit auf über 100 Milliarden Euro geschätzt wird - pro Jahr und mit steigender Tendenz. Dazu kommen weitere Ärgernisse, beispielsweise, wenn Brücken für Wartungsarbeiten voll gesperrt werden müssen, oder gar Risiken - etwa, wenn sich wichtige medizinische Behandlungen verzögern, weil Blutkonserven durch dichten Verkehr nicht rechtzeitig im Krankenhaus sind. Die gezielte Nutzung von unbemannten Fluggeräten ("Drohnen"), könnte hierbei nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch die Entstehung neuartiger Dienstleistungen in Metropolregionen fördern.

ZAL-Projekt legte Grundstein für Hamburger Projekt-Beteiligung

Neben Hamburg gehören weitere europäische Metropolregionen wie Genf zur Urban Air Mobility Initiative, mit denen ein stetiger Austausch erfolgen soll. Inhaltlicher Koordinator des Projekts ist Airbus. Institutionelle Projektpartner sind die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt, Eurocontrol, sowie die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Zu den Hamburger Beteiligten zählen neben der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation unter anderem auch Lufthansa Technik, mehrere Hochschulen, sowie das ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung. Letzteres legte in Hamburg mit dem Projekt WiNDroVe im vergangenen Jahr den thematischen Grundstein für die jetzt erfolgte europäische Kooperation. Auch auf dem 52. Hamburg Aviation Forum, in dessen Rahmen die Unterzeichnung stattfand, waren "Kommerzielle UAVs" Thema der mit 200 Teilnehmern besuchten Networking-Veranstaltung.

Weitere Informationen zur Urban Air Mobility Initiative:
https://eu-smartcities.eu/initiatives/840/description

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